Ärger mit der Freemail-Adresse

Warum Freemail-Adressen stören, wenn Beschäftigte des öffentlichen Dienstes mit ihnen verkehren

Es ist unangemessen: Beschäftigte des öffentlichen Dienstes verkehren sehr oft mit Mailadressen von kommerziellen Anbietern. Häufig sind es Lehrerinnen und Lehrer. Dabei arbeiten sie sogar an einer Schule, die eine eigene Webseite hat. Sie können auf einen technischen Unterbau zurückgreifen, der für die professionelle Vernetzung sorgt.

Warum ist so ein Verhalten eigentlich unangemessen? Beamte beanspruchen für sich eine Autorität, zumindest aufgrund ihres Amtes. Wer als Beschäftigter im öffentlichen Dienst indes mit Freemail-Adressen verkehrt, vermischt die berufliche mit der privaten Rolle. Das muss bei Lehrerinnen und Lehrern zwar nicht unbedingt ein Beinbruch sein. Es kann sich jedoch dann zu einem Problem auswachsen, wenn es sich nicht mehr um einfache Vorgänge handelt.

Wenn sich die private mit der beruflichen Rolle vermischt

Amtsträger vollziehen Handlungen, die rechtskräftig sind. Auch E-Mails sind Dokumente, die streng genommen rechtskräftig sein müssen: Sie gehören in eine Akte, unterliegen einer Speicherpflicht, sind einem Vorgang zugeordnet und müssen grundsätzlich unveränderbar sein. Im Jargon der Informationstechnologie bezeichnet man diese Anforderungen auch als „Authentifizierung“, „Integrität“ und „Verfügbarkeit“. Vertraulichkeit wird dem als Stichwort gerne noch hinzugefügt, womit wir schon beim Thema Datenschutz wären.

Wird ein solches Dokument nicht in Papierform ausgedruckt, kann der Zugang dazu angeordnet werden. Und Zugang heißt hier, das E-Mailpostfach muss offen gelegt werden, auch wenn es nur um eine Mail gehen mag. In diesem Fall haben diejenigen, die Zugang verlangen, Zugriff auch auf alle privaten Mails, die mit dem Sachverhalt nichts zu tun haben. Das Risiko ist real, und es gibt Stimmen von Juristen, die dies so sehen wie bespielsweise hier.

Schnucki23 – wie man besser nicht verkehren sollte

Von daher gesehen ist es sinnvoll, eine Mailadresse zu verwenden, die der Rolle entspricht, die man im Dienst bekleidet. Um im Bild zu bleiben: Blaue Briefe nach der Zeugniskonferenz wirken unangemessen, wenn sie auf einem Blatt Papier stehen, der erkennbar vom eingestaubten Stapel Recyclingpapier stammt. Es sollte schon ein Briefbogen der Schule sein. Und "schnucki23@irgendeinfreemailer.de" ist kein passender Briefbogen, weil es falsche Assoziationen weckt. Damit wollen wir das Bild wieder schließen, weil Metaphern der Analog-Welt online immer auch etwas schief werden.

Ein Lehrer sollte darauf bestehen, dass die Schule ihm eine Mailadresse einrichtet, die zu seiner dienstlichen Rolle passt und zugleich den gesetzlichen Pflichten wie Aufbewahrung, Integritätsprüfung von deren IT-Beauftragten gerecht wird. Das ist nervig, muss aber sein, damit sich solche Dinge in die richtige Richtung entwickeln. Und es hinterläßt bei den Eltern der Schüler einen professionelleren Eindruck.